Grow-Ratgeber
Winzige weiße Tüpfel auf den Blättern und feine Gespinste an den Trieben? Das deutet auf Spinnmilben hin — einen der hartnäckigsten Schädlinge im Grow. Sie vermehren sich bei warm-trockenem Klima explosionsartig. Hier erkennst du den Befall früh, bekämpfst ihn wirksam und beugst vor.
Das Wichtigste in Kürze
Weiße/gelbe Tüpfel auf der Blattoberseite, mit Lupe bewegliche Pünktchen + feine Gespinste auf der Unterseite. Regelmäßig kontrollieren.
Sofort von gesunden Pflanzen trennen, damit sich die Milben nicht weiter ausbreiten.
Temperatur senken, Luftfeuchte erhöhen. Blattunterseiten mit Neemöl o. zugelassenem Mittel besprühen; Raubmilben als biologische Gegenspieler möglich.
Behandlung nach einigen Tagen wiederholen (nachschlüpfende Milben). Neue Stecklinge künftig in Quarantäne, Grow sauber halten. In später Blüte keine rückstandsbildenden Mittel.
Erste Anzeichen sind winzige weiße oder gelbe Tüpfel (Sprenkel) auf der Blattoberseite — Saugschäden. Auf der Blattunterseite findest du mit einer Lupe winzige, sich bewegende Pünktchen (die Milben) sowie bei stärkerem Befall feine, spinnennetzartige Gespinste an Blättern und Trieben. Befallene Blätter vergilben fleckig und vertrocknen mit der Zeit.
Spinnmilben werden meist über neue Pflanzen, Stecklinge, Kleidung, Haustiere oder offene Fenster eingeschleppt. Sie vermehren sich explosionsartig bei warmem, trockenem Klima (über ~27 °C, niedrige Luftfeuchte). Ein neuer Steckling aus unsicherer Quelle ist eine der häufigsten Eintrittspforten.
Isoliere befallene Pflanzen sofort. Senke die Temperatur und erhöhe die Luftfeuchte (Spinnmilben mögen es warm-trocken). Sprühe die Blattunterseiten gründlich ab — z. B. mit Neemöl-Lösung oder einem zugelassenen Mittel — und wiederhole die Behandlung im Abstand von einigen Tagen, um nachschlüpfende Milben zu erwischen. Im Grow sind auch Raubmilben (Phytoseiulus persimilis) als biologische Gegenspieler verbreitet. Wichtig: In der späten Blüte keine Mittel anwenden, die Rückstände auf den Blüten hinterlassen.
Neue Pflanzen und Stecklinge zunächst in Quarantäne halten und kontrollieren, bevor sie zu den anderen Pflanzen kommen. Grow-Raum sauber halten, Blattunterseiten regelmäßig prüfen, Klima nicht zu warm-trocken fahren und für Luftbewegung sorgen. Gesunde, milbenfreie Stecklinge aus seriöser Quelle reduzieren das Einschleppungs-Risiko deutlich.
Ja, wenn man sie nicht früh stoppt: Sie schwächen die Pflanze, mindern den Ertrag und ihre Gespinste verschmutzen die Blüten. Bei frühzeitigem Erkennen und konsequenter Behandlung lässt sich ein Befall aber gut in den Griff bekommen. Je früher, desto besser.
Redaktionelle Aufklärung zum legalen Eigenanbau nach KCanG (2024). Pflanzenschutzmittel stets gemäß Zulassung und Herstellerangabe anwenden.